Seit über 16 Jahren begleitet Felix Uhlig Live-Formate unterschiedlichster Art – von Corporate Events und Kongressen bis hin zu Galas, Roadshows sowie digitalen und hybriden Produktionen.

Was ihn auszeichnet: Er verbindet klare Struktur mit spürbarer Leichtigkeit, bleibt auch in dynamischen Situationen ruhig und sorgt dafür, dass sich Publikum, Speaker und Regie gleichermaßen sicher fühlen. Im Gespräch erzählt er, wie er zur Moderation kam, was ihn antreibt – und warum echte Live-Momente niemals durch Avatare zu ersetzen sind.

Vom „Klassenclown“ zur Bühne

Felix beschreibt seinen Weg mit einem Augenzwinkern: Schon als Kind habe er gerne unterhalten – „Klassenclown“ sei er gewesen, inklusive Schulmusical in der vierten Klasse. Nicht immer sei das „Laute“ hilfreich gewesen, sagt er, aber es habe früh gezeigt, wo seine Energie hinwill: vor Menschen. Nach der Ausbildung zum Hotelfachmann wurde ihm schnell klar, dass seine Bühne nicht das Hotel, sondern das Mikro ist. 2010 machte er sich selbstständig – und seitdem gilt: Ob 10, 100 oder 10.000 Zuhörende, Lampenfieber ist für ihn kein Hindernis, sondern Teil des Spiels.

Die drei großen Hürden: Steuern, Sichtbarkeit, Schule des Lebens

Auf die größten Herausforderungen antwortet Felix mit einer griffigen Formel: die „3 S – Steuern, Sichtbarkeit und Schule des Lebens“. Das Thema Steuern habe er erst mit Recherche und externer Unterstützung wirklich in den Griff bekommen. Sichtbarkeit löst er heute über das, was im Eventbusiness oft entscheidender ist als jede Visitenkarte: ein starkes Netzwerk. Und die „Schule des Lebens“? Die endet nie – aber 16 Jahre Bühne, Kamera und Mikro hätten ihn gelehrt, in Momenten zu funktionieren, in denen andere erst anfangen nachzudenken.

Felix Uhlig – Was einen guten Moderator wirklich ausmacht

Wenn Felix über seine wichtigsten Fähigkeiten spricht, fällt ein Wort sofort: Gastgeber. Dieses Selbstverständnis zieht sich durch alles, was er erzählt. Gastgeber sein bedeutet für ihn nicht nur freundlich zu lächeln, sondern Bedürfnisse zu erkennen, bevor sie ausgesprochen werden – eine Haltung, die er aus Hotellerie und Privatleben gleichermaßen mitbringt. Dazu kommt seine Zweisprachigkeit: Deutsch und Englisch auf Muttersprachniveau sind für internationale Produktionen ein echter Vorteil, gerade wenn Abstimmungen backstage in einer Sprache laufen und auf der Bühne flexibel gewechselt wird. Und dann ist da noch seine Tech-Affinität – „wenn es einen Knopf oder ein Display hat, hab ich’s schon ganz gern zuhause“, sagt er lachend. Am Ende ist es für ihn die Mischung aus Gastgeber-Gen, Internationalität, Eigenständigkeit vor Ort und Humor.

Ein Moment, der bleibt: 20 Minuten Gänsehaut

Besonders eindrücklich wird das Interview, als Felix von einem Event 2024 erzählt. Während einer Umbaupause von 20 Minuten sollte er das Publikum „beschäftigen“ – in einer Arena, mit Tribünen auf allen vier Seiten. Statt nervös zu werden, griff er zu Improvisation: eine spontane „Publikum-als-Chor“-Idee, inspiriert von Jacob Collier. Das Ergebnis: 20 Minuten voller Gänsehautmomente, die bei Gästen und Team gleichermaßen hängenblieben. Für Felix ist das ein Beispiel dafür, was Live-Moderation so besonders macht: Präsenz, Mut und echtes Zusammenspiel mit dem Raum.

Vorbereitung: Spät starten, dafür fokussiert

Überraschend pragmatisch ist seine Herangehensweise an die Vorbereitung. Felix beginnt maximal zwei Wochen, lieber erst eine Woche vor dem Event. Der Grund: Wer zu früh startet, verliert bis zum Termin wieder den Fokus – und dazwischen ändern sich zu viele Details. Seine Vorbereitung besteht aus Recherche und Austausch: mit Speakern, Teilnehmenden, dem Unternehmen, dem Ziel des Events und den Verantwortlichen. Dann folgen Moderationskarten – aber nicht, um daran zu kleben. Im Gegenteil: Der Text wird Schritt für Schritt reduziert, von Fließtext zu Kernpunkten, zu Stichworten – bis irgendwann gar keine Karten mehr nötig sind. So bleibt er auf der Bühne frei, aufmerksam und wirklich im Kontakt mit dem Publikum.

Moderations-Trend: Co-Creation statt Frontbeschallung

Beim Blick auf aktuelle Entwicklungen nennt Felix einen Trend, der viele Events gerade verändert: Co-Creation. Gäste wollen nicht mehr nur zuhören, sondern am Programm beteiligt sein. „Niemand will mehr die klassische Frontbeschallung“, sagt er. Für ihn ist das eine gute Nachricht, denn Interaktion gehört zu seinen Lieblingsdisziplinen – sie schafft Energie, Relevanz und echte Verbindung im Raum.

Und was ist mit KI? Felix sieht das Thema gelassen. In der Live-Moderation sei KI aktuell „kein wirkliches Thema“. Avatare könnten nicht leisten, was menschliche Moderator*innen leisten: Improvisation, Empathie, Timing. Das, was einen Raum wirklich trägt, entsteht aus echter Präsenz.

Ratschlag an den Nachwuchs: Machen. Jetzt.

Auf die Frage, was er angehenden Moderator*innen rät, ist Felix klar: Machen. Sofort starten. Erfahrungen sammeln, Fehler machen, Netzwerk aufbauen. Und – mit einem Lachen – sich ab Tag 1 mit Steuern beschäftigen. Sein Tipp klingt simpel, ist aber vielleicht der wichtigste: Karriere entsteht nicht durch perfektes Planen, sondern durch konsequentes Tun.

Wenn’s brenzlig wird: Humor und „Muscle Memory“

Unerwartete Situationen gehören zum Eventalltag. Felix’ erster Hebel ist – wenn es passt – Humor. Damit lasse sich unglaublich viel lösen, fast überall. Und wenn Humor nicht angebracht ist? Dann greift Erfahrung. Er beschreibt es wie „Muscle Memory“: Wie beim Ball, der plötzlich zugeworfen wird – man fängt ihn oder wehrt ihn ab. Entscheidend ist nicht, dass nie etwas passiert, sondern dass man im Moment handlungsfähig bleibt.

Moderation ist Haltung

Was nach dem Interview bleibt, ist ein klares Bild: Felix Uhlig moderiert nicht „nur“ – er hostet. Er denkt an Publikum, Bühne und Team zugleich, schafft Struktur ohne Steifheit und bringt Leichtigkeit ohne Beliebigkeit. Und genau darin liegt die Qualität, die Events unvergesslich macht:

Wenn sich jede Person im Raum gesehen fühlt – und der rote Faden nicht nur im Ablaufplan steht, sondern spürbar wird.

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